Feuerwehrlauf an der Mosel 24.-25.08.2013

Alemannia Lauftreff goes to Mosel – 24. / 25.08.13

 

War das ein Bilderbuchwochenende!! Sportliche Herausforderungen, kulinarische Genüsse und ein bezauberndes Örtchen eingebettet in die eindrucksvolle Mosellandschaft - selbst ein vier Sterne Koch hätte keine besseren Zutaten für ein perfektes Menü auswählen können. Doch alles der Reihe nach.

Auf Einladung der Feuerwehrlaufgruppe der Verbundgemeinde Cochem starteten wir – Birgit, Branka, Elli, Karl-Heinz, Walter und ich (Detlev) am Freitagnachmittag voller Vorfreude Richtung Mosel mit dem Ziel Ediger-Eller. Der Ort liegt etwa 20 km südwestlich von Cochem direkt an der Mosel, hat ca. 1.000 Einwohner und gilt mit seinem historischen Ortskern als offizieller Fremdenverkehrsort, der im Jahre 2010 in einem Bundesentscheid mit der Goldmedaille als zukunftsfähigster Ort ausgezeichnet wurde.

Obwohl für uns die Teilnahme am 7. Feuerwehrlauf und die damit verbundenen sportlichen Ambitionen im Vordergrund standen, spürten wir schon bei unserer Ankunft die besondere Atmosphäre dieses Ortes und in uns wuchs die Gewissheit, der Großstadt Aachen entkommen zu sein, eingetaucht in die stimmungsvolle Beschaulichkeit einer Mosellandschaft, die uns mit ihrem Flair willkommen hieß und zum Verweilen einlud.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns auf der gemeinsamen Terrasse zu einer ersten Lagebesprechung. Bei lockerer Stimmung verwöhnte uns Branka mit einem eisgekühlten Hugo und der mittlerweile strahlende Sonnenschein forderte uns auf, die Umgebung zu erkunden. Entlang der Mosel mit Blick auf die Weinberge begannen wir, uns einen Eindruck von „Land und Leuten“ zu verschaffen und unsere anfängliche ungeduldige Neugier wich schon bald der Erkenntnis, dass wir viel Neues und Interessantes sehen werden. Als „Reiseführerin“ stellte sich Elli zur Verfügung, die uns als gebürtiges Edscherer Mädchen zielsicher durch die kleinen Gassen führte und mit so mancher Anekdote die Vergangenheit lebendig werden ließ. Die Ortsbesichtigung führte uns über den Kulturweg der Religionen an das Ende des Ortes. Nicht zufällig befindet sich dort ein Kneippbecken, welches wir dankend zum Wassertreten nutzten, um unsere ermüdeten Beine zu aktivieren. Schließlich wollten wir noch einen Teil der 10 km Laufstrecke inspizieren und die führte uns über etliche Höhenmeter den Weinberg hinauf, von wo aus wir zum Abschluss unseres Rundganges einen herrlichen Ausblick auf den Ort und die Mosel genießen durften.

Müde aber glücklich wollten wir uns nun den kulinarischen Genüssen widmen und den ersten Tag an der Mosel mit einem leckeren Essen und einem Gläschen Wein ausklingen lassen. Die ausgewählte Lokalität stellte sich als Volltreffer heraus, wenngleich der Koch unseren Hunger auf Grund der kräftezehrenden Tour wohl falsch eingeschätzt hatte, so dass die Gefahr bestand, dass einige mit knurrendem Magen hätten zu Bett gehen müssen. Doch nun hatten wir die sprichwörtliche Gastlichkeit der Moselaner herausgefordert und wurden mit einem Nachschlag konfrontiert, der nur unter größter Anstrengung aller Beteiligten verzehrt werden konnte. Damit hatte ein besonderer Tag ein glückliches Ende genommen und zusätzliche Kilokalorien geliefert, die besonders Walter zu Gute kommen sollten.

Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück wollten wir die Zeit vor unserem Lauf nutzen und im Ort Beilstein die Ruine Burg Metternich besichtigen. Hier residierten die Herren von Metternich, der bekannteste wohl der Fürst von Metternich. Mit 150 m ü. NN und einem fünfeckigen 25 Meter hohen Bergfried ist die Ruine weit sichtbar und bietet einen imposanten Ausblick auf den Mosellauf. Nachdem wir den Aufstieg kräftesparend bewältigt hatten und genügend Erinnerungsfotos im Kasten waren, verdunkelte sich der Himmel zusehends und gab uns damit das Zeichen zum Aufbruch. Der Countdown zum Feuerwehrlauf hatte begonnen und mit der ersehnten Ankunft von Christine, Elfi, Johanna, Hubert und Lutz war unser Team damit komplett.

Im Schatten der Kirche St. Martin im Springiersbacher Hof fanden bei Kaffee und Kuchen, auch die Stärkung mit einem Flammkuchen soll beobachtet worden sein, letzte teambildende Maßnahmen statt. Das Beschwören des Mottos „Dabeisein ist Alles“ gehörte genauso zum Repertoire wie die Aussage „Meine Zeit ist mir egal, ich möchte den Lauf genießen“. Ob diese psychischen Tricks dazu geeignet waren, den Blutdruck und den Puls der Protagonisten zu reduzieren, konnte nicht zweifelsfrei bestätigt werden. Die Stimmung jedenfalls war so relaxt, als ginge man gleich zu einer gemeinsamen Jogaübung und nicht zu einem anstrengenden Weinberglauf.

Pünktlich um 15:00 Uhr erfolgte der Startschuss über die 5- und 10-Kilometerstrecke. Schnell zog sich das Teilnehmerfeld auseinander und an der ersten Wendemarke sah ich den Sportskamerad Walter das letzte Mal. Kein Wunder wie sich später herausstellte, schließlich belegte er mit einem beherzten Lauf den dritten Platz in seiner Altersklasse und sorgte für großen Jubel im Alemannia Lauftreff Team.

Die Gratulation des Verbandsbürgermeisters nahm er routiniert wie ein Seriengewinner entgegen, die Küsse der Weinkönigin und der Weinprinzessin sowie der anschließende tiefe Schluck aus dem Weinpokal dürften wohl länger in seiner Erinnerung bleiben.

Und sonst? Ja, das Wetter war geradezu optimal, warme Temperaturen, bedeckter Himmel und zeitweise leichter Nieselregen. Rundum zufriedene Gesichter und wohlwollende Kommentare zur eigenen Leistung. War das alles? Nein, natürlich gab es noch ein Highlight.

Unsere Johanna wurde als älteste Teilnehmerin ausgezeichnet und bekam eine Medaille als Ehrenpreis. Zur Belohnung durfte sie mit der jüngsten Teilnehmerin aufs Treppchen und nahm ebenfalls die Glückwünsche u.a. der Weinkönigin entgegen.

Im Anschluss an die gelungene Veranstaltung ging es zur Belohnung in den Martinuskeller. In diesem Gewölberestaurant wurde nun reichlich geschlemmt und bei Speis und Trank die Eindrücke der letzten Stunden lautstark verarbeitet.

Die Einkehr in einer Vinothek bildete den Abschluss eines ereignisreichen Tages, wobei die Mitnahme diverser Alkoholika die Nachtruhe in dem einen oder anderen Fall ein wenig verkürzt haben dürfte.

Am Sonntagmorgen und nach vollzähligem Erscheinen aller an der Moseluferstraße sollte die nächste und gleichzeitig letzte Herausforderung bewältigt werden. Unsere „Reiseführerin“ Elli hatte sich dafür etwas ganz Spezielles ausgedacht, nämlich die Besteigung des Calmont. Hierbei handelt es sich um nichts geringeres, als den steilsten Weinberg Europas mit einer Höhe von 380 Metern und einer Gehzeit von ca. 3 Stunden. Erklimmen kann man den Calmont über den sog. Klettersteig oder über den etwas einfacheren Höhenweg. Doch egal für welche Variante man sich entscheidet, nach Erreichen des Gipfels wird der Wanderer mit einem fantastischen Moselpanorama belohnt. In Anbetracht der frühen Tageszeit von 10:30 Uhr und den Anstrengungen des Vortages beschlossen wir daher, die bevorstehenden Strapazen in Grenzen zu halten und den einfacheren Aufstieg zu wählen. Frohen Mutes und mit einer gehörigen Portion Respekt starteten wir den ersten Teil unserer Etappe über den Klettersteig. Schnell wurde uns klar, dass hohe Anforderungen an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gestellt werden. Mit aller Vorsicht stiegen wir den Hang hinauf und wurden bei jeder kurzen Pause mit einem herrlichen Ausblick auf die Weinberge und die tief unter uns liegende Moselflusslandschaft entschädigt. Dennoch waren wir glücklich, als wir den Höhenweg erreicht hatten, jetzt ging es nämlich wesentlich stressfreier über den Kamm des Calmont. Der Wanderweg führte uns am Aussichtspunkt Vier-Seen-Blick, am Römischen Höhenheiligtum sowie am Gipfelkreuz vorbei. Während der kraftraubenden Wanderung versorgte uns Johanna vorbildlich mit den selbstgemachten Nussecken, so dass wir unbeschadet und im Besitz unserer körperlichen Kräfte nach mehreren Stunden unseren Ausgangspunkt in Ediger erreichten. Abgeschlossen wurde unsere Reise mit einem gemeinsamen Mittagessen und der übereinstimmenden Erkenntnis, nä wat wor dat schön!

 

Euer Detlev