Am Samstag, 18.10.14, trafen sich bei bestem Spätsommerwetter 21 Wanderlustige am Parkplatz im Ortsteil Breinigerberg, gegenüber dem Naturschutzgebiet Schlangenberg.
Es war eine Rundwanderung von ca. 13,5 km geplant.
Warum bietet der Lauftreff drei Wandertouren pro Jahr in der Euregio (B, NL, D) an? Bei der Gründung des Lauftreffs vor über dreißig Jahren standen eindeutig die Freude an der Bewegung in der frischen Luft und der Gesundheitsaspekt im Vordergrund. Es hat sich gezeigt, dass auch soziale Kontakte dabei erwünscht und wichtig sind. Bewegung und Gespräche ergänzen sich hervorragend! Wir lernen uns gerade bei Wanderungen und Radfahrten intensiver kennen und man kann auch mal mit Leuten sprechen, die nicht aus den eigenen Laufgruppen vertraut sind.
Was lag da näher, als neben dem Lauftreff auch weitere attraktive Freizeitaktivitäten anzubieten. Deshalb führen wir im Jahr mindestens zwei Radtouren und drei Wanderungen durch. Der Schwerpunkt dieser beliebten Angebote liegt in der unmittelbaren Umgebung von Aachen bzw. Euregio, getreu dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah“.
So, genug der Vorrede. Pünktlich machten wir uns auf den Weg. Das Straßendorf Breinig wurde durch Neubaugebiete, Altbestand mit wunderschön sanierten Bruchsteinhäusern und deren landwirtschaftlichen Zonen mit herrlichen Ausblicken in die herbstlichen Wälder der Länge nach passiert. An der einzigen Ampelkreuzung (geradeaus kommt man zu der römischen Tempelanlage Varneum, die wir aber nicht besucht haben), bogen wir nach links ab um kurz darauf zum zweiten Mal die Schienen der Vennbahn zu kreuzen. Diesen folgten wir auf einem breiten Feldweg Richtung Kornelimünster. Die wunderschöne Voreifellandschaft belohnte uns und lenkte von den drastischen Eingriffen in der Natur ab. Rechts von uns befand sich ein sehr großer Kalksteinbruch, der erst vor einigen Jahren (nach vielen Protesten) erweitert wurde. Warnschilder wiesen unmissverständlich auf die zahlreichen Sprengungen und die notwendigen Verhaltensweisen hin.
Hoch über uns auf einem provisorischen Viadukt querte die Vennbahn die Straße und das Tal nach Venwegen. Das schöne steinerne Brückenwerk wurde zum Ende des zweiten Weltkrieges gesprengt und in der alten Form nicht wieder aufgebaut. Man sieht, Provisorien halten oft lange.
Leider war uns der Weg über die Schlausermühle verwehrt, da sich dort ein großer Reitstall etabliert hat. Also folgten wir der Straße nach Kornelimünster, einigen wohlbekannt, da die Strecke vom Winterlauf ebenfalls genutzt wird. Vor dem historischen und malerischen Ortskern von Kornelimünster (ein separater Besuch lohnt sich!) ging es links bergauf und schon waren wir auf der alten Bahntrasse, die von Aachen kommt. Sie wird heute als Rad- und Wanderweg genutzt. Früher verband sie den Aachener mit dem Luxemburger Wirtschaftsraum. Auf der Schiene wurde Kohle, Stahl und Holz transportiert. Aber auch die Werktätigen nutzten sie intensiv.
Durch tiefe Einschnitte im Gelände, die Felsschichten stehen hier fast senkrecht an, erreichten wir Hahn mit seinen Kalköfen.
Der historische Ortskern lud zum Verweilen ein. Auf einmal gab es ein großes Hallo! Ingrid hatte Susanne am Berghang entdeckt. Es war ein fröhliches Wiedersehen, denn Susanne ist nach Hahn gezogen und hat sich jetzt dort im Lauftreff engagiert.
Nach der Pause ging es steil bergauf, an alten, aufgelassenen Kalksteinbrüchen (jetzt alle Naturschutzgebiet) vorbei Richtung Venwegen. Der Weg wurde von Wald und Wiesen mit „Kakaokühen“ und alten Gedenkkreuzen gesäumt, einfach wunderschön und dazu das Wetter und die angeregten Gespräche………..!
Venwegen wurde erreicht und geradeaus folgten wir der Umstraße (auch ein Stück des Winterlaufs). Über die Hochebene kam Breinig mit der Kirche und dem historischen Ortskern in Sicht. Über die Buttergasse (Teil vom Jakobsweg) erreichten wir das Naturschutzgebiet Schlangenberg.
Dort wurde schon im Mittelalter Galmai- und Bleierz abgebaut. Deshalb gibt es hier eine spezielle Flora, die auf entsprechende Spurenelemente im Boden angewiesen ist: die einzigartigen Herbstzeitlosen in blau-lila Tönen erfreuten uns.
Noch zwei Linkskurven und wie aus dem Nichts hatten wir den Ausgangspunkt und das Ziel erreicht.
In der Bahnhofsvision war anschließend Einkehr. Wir ließen dort den Tag gemütlich ausklingen.
Einhellige Meinung: Wieder einmal hatten wir viele schöne Naturerlebnisse mit interessantem Gesprächsaustausch verknüpfen können.

Jürgen

PS: Ulli hat mir verraten, eine vorweihnachtliche Wanderung befindet sich in der Planungsphase! Details werden wir rechtzeitig erfahren und bekannt geben.