Paris 05. - 06.10.2013

„Mit einem Taxi nach Paris,

weil ich Paris nun mal so mag…“

 

Na ja, das wär ein bisschen eng geworden, deshalb sind wir - anders als der Songtext (s.o.) es nahelegt -  auf einen Kleinbus ausgewichen, in dem alle 20 Alemannen einen eigenen Sitzplatz fanden. Dann ging’s am 05.10. in aller Herrgottsfrühe los getreu unserem Motto:

Da sind wir dabei, das ist pri(hi)ma,

prima, Alemannia,

wir lieben das Leben,

die Liebe und den Lauf,

wir glauben an so dies und das

und sind dabei gut drauf

Gut drauf waren wir bei der Ankunft in unserem Hotel „Le Manhattan“ tatsächlich. Kenner der Szene wissen natürlich, dass das leibliche Wohl bei uns nicht zu kurz kommt. Es wurden Croissants, Käse, Obst, Rohkost und Sekt angeboten. Für jeden war etwas dabei.

Schnell konnten wir feststellen, dass der „10km-Paris-Centre-Lauf“ der bestorganisierte 10km-Lauf ist, den wir kennen. Reibungslos bekamen wir Stofftaschen ausgehändigt, u.a. bestückt mit Lauf-Shirts mit individuell aufgedruckter Startnummer, was uns das Gefummel mit den allseits beliebten Sicherheitsnadeln ersparte. Dann ging’s zum Fotografen. Paarweise und als Gruppe durften wir „normal“ (wann sind wir das schon?) und „crazy“ posieren und das Ergebnis direkt mitnehmen.

  Da wir nicht nur sportlich ambitioniert, sondern auch kulturell interessiert sind, schlossen die meisten sich der fachkundigen Führung von Hubert zum Eiffelturm an. Zunächst gab es an der Seine selbstgebackenen Käsekuchen (Philosophen sprechen da gerne von der Einheit von Körper und Geist) und dann vertikale Gärten, ein besonders schönes Jugendstilhaus und eine Fotoausstellung im Freien mit beeindruckenden Bildern von Menschen verschiedener Kulturen zu bewundern. Der Eiffelturm, der zunächst wirkte wie ein Playmobil-Figürchen, rückte immer näher und wurde dabei immer imposanter. Birgit und Marcel verzichteten spontan aufs Abendessen, um sich in die lange Schlange derer einzureihen, die den Ehrgeiz hatten, den Eiffelturm zu Fuß zu ersteigen. Wir anderen machten uns auf den Weg nach Montmartre und gesellten uns nach dem Essen zu dem munteren Treiben rund um Sacre Coeur. Erschöpft und guter Dinge steuerten wir mit Hilfe der Metro unser Hotel an, um endlich in die Horizontale zu kommen. A propos Metro: Das beliebteste Hobby der Pariser Bevölkerung ist ganz offensichtlich Metro-fahren. Egal wann und wo wir einstiegen: Die Sitzplätze waren immer schon belegt. Aber eins muss man diesem Verkehrsmittel lassen, wir haben nie lange warten müssen.

So, nun wurde es langsam ernst: 6 Uhr Wecker, 6.30 Uhr Frühstück, dann 8.20 Uhr ab zum Start. Leider hatten wir die Rechnung ohne die vielen Hotelgäste gemacht, auf die ihre Reisebusse warteten und die deshalb genauso früh wie wir zum Buffet drängten. Uneinigkeit über die einzuhaltende Reihenfolge führten zu der ein oder anderen atmosphärischen Störung. Pünktlich um 10.00 Uhr gingen die vielen tausend Läufer auf die Strecke – wir mitten drin, statt nur dabei. Bei einigen dauerte es 5 Minuten bis sie die Startlinie überqueren konnten, so groß war das Gedränge. Aber dank Chip können wir alle im Internet unsere tatsächliche Laufzeit ermitteln. Unsere altersgemischte Gruppe (von unter 20 bis Ende 60) hat sich bravourös geschlagen. Mit einer Zeit von 49:21 war Norbert H. – unser Stolberger Jung – der schnellste Mann und auch Birgit mit einer Zeit von 58:30 die schnellste Frau. Nicht alle legten Wert auf eine profimäßige Laufkleidung, u.a. wurde eine Frau in Brautschleier von einem (hoffentlich) dazugehörigen Mann mit Fliege begleitet. Am Ziel warteten Getränke und kulinarische Köstlichkeiten auf uns, sodass wir uns gestärkt der weiteren Erkundung von Paris zuwenden konnten.

Vorher zelebrierten wir selbstverständlich erst einmal eine logistisch ausgeklügelte Duschorgie. 14 Läufern beiderlei Geschlechts standen erst 2, später 3 Duschen zur Verfügung. War das ein Gedränge! Aber - wie der Öcher so schön sagt - „ da freckt es noch eher“ als dass wir für die Pariser zu einer Geruchsbelästigung geworden wären.

Bei strahlendem Sonnenschein war der Jardin du plants unser Ziel. Um die Blütenpracht bewundern zu können, war aber der vorherige Verzehr mitgebrachter „Finger-food“ unbedingte Voraussetzung, schließlich halten Obst, Trockenfrüchte und Kuchen nicht ewig vor. Hier muss wieder einmal Johanna hervorgehoben werden, die mit selbstgemachten Frikadellen in drei Schärfegraden und ihren unwiderstehlichen Nussecken (die eigenwilligerweise immer rechteckig und nicht dreieckig ausfallen) nicht unwesentlich dazu beigetragen hat, dass alle satt wurden.

 

 

 

Um keine Routine aufkommen zu lassen, wollen wir im nächsten Jahr in einer anderen attraktiven Stadt an einem Lauf teilnehmen. Im Gespräch sind Brüssel und Trier. Für sachdienliche Hinweise zu diesem Thema sind wir jederzeit dankbar.

So, das war’s. Nach dem Lauf ist vor dem Lauf!!!!

 

EURE ELLI